Erst am Mittwoch Abend bestätigte uns der deutsche Wetterbericht die Abfahrt zum Ford Treffen nach Unterfranken. Der genaue Landschaftsabschnitt liegt ca. 70 km vor Frankfurt. Von Frankenmarkt sind es ca. 450 km. Wie gesagt, gings am Freitag los. Bereits auf der Agip in Frankenmarkt leerten Zalli und Robert ihr erstes Bier. Öma polierte sein Fahrzeug und Berni wusch sich den Steinschlag von der Karosse. Die Personeneinteilung war kein Problem, da wir ohnehin nur zu 4. waren. Zalli fuhr bei Berni und Robert bei Öma mit. Bereit nach 20 km kam der erste Stopp - Pinkelpause. Öma und Robert suchten sich jedoch den falschen Ort aus, denn das Geschäft wurde auf einen Bienenstock verrichtet, was zu einem schnellen Abgang führte. Robert hatte auf Grund des Alkoholismus leider ein kleines Pinkelproblem und so musste beinahe jeder Parkplatz auf der Autobahn angefahren werden. Bei einer kleinen Pinkelpause kamen Berni und Zalli aufgebracht an, das Fahrzeug streikt - hoher Leistungsverlust und der Wagen rauchte wie die Vöst. Nach kurzen Beratungen wurde eine Audi-Vertragswerkstatt in Iggensbach angesteuert und nach 1 Stunde das Resultat - nix mehr mit Ford Treffen. Wir waren am Boden zerstört und ausser Rand und Band. Beinahe endete die Sache mit einem Selbstmordversuch von Öma, der sich auf der Straße vor eine 50-jährige Dame mit Fahrrad schmiss.
Nun
ging es wieder ab nach Hause. Mit ca. 40 - 60 Sachen auf der Autobahn. Öma und
Robert hinter Berni und Zalli. Wir hatten Angst, jawohl - große Angst - denn
die LKW's krachten uns bis 10 cm an unsere hintere Stossstange ran. Endlich
konnten wir die Bahn verlassen und wir waren kurz nach Ried, als Öma ein Anruf
erreichte. Es hiess "wos is wau ma nu foan?" - wir hielten kurz
darauf. Eine 14-sekündige Diskussion entbrannte, und da wir so geil aufs
Treffen waren, erübrigte sich die Frage. Öma und Robert wendeten, und ab gings
in Richtung Würzburg. Berni und Zalli rissen ihren Schrottwagen nach Hause,
stiegen in Zallis Cougar um und fuhren mit bedenklichen Abstand hinterher. Sie
fanden auch noch den kleinen Christian am Straßenrand, der ohne Kommentar in
den Wagen einstieg und mit aufs Treffen fuhr. Wohlgemerkt kostete uns diese
Aktion ca. 200 km Umweg!
Im Auto 1 - Öma und Robert ging die Post ab, die gute Laune kannte keine
Grenzen mehr und wir machten Meter. Unter ständigen Funkkontakt mit dem 2.
Fahrzeug fuhren wir in die dunkle Nacht. Einige Biere später stoppten Öma und
Robert an einer Raststation um zu Tanken und die Blase zu entleeren. Einige
Polen wollten ihnen das Fahrzeug entreissen, was sie aber zu verhindern wussten.
Auf dieser Raststation gabs ein eigenartiges WC - Vor dem Toiletteneingang stand
ein Automat mit Bügeln (wie vorm Schilift). Wir mussten 50 Cent bezahlen um den
Bügel zu bewegen. Für Robert kein Hindernis, Bügel nach vor und durch ins
Klo. Öma hatte etwas Respekt und wollte sich Geld wechseln, was ihm nicht
gelang. Nun versuchte er es doch - Bügel nach vor und durch, da wurde er
ertappt! Halt - so gehts nicht! Öma hatte aber die passende Ausrede, er stellte
sich so, als würde er den Ertapper auf das Hemd kotzen und lief ins Klo!
Um ca. 23 Uhr trafen wir nach kleinen Umwegen ein. Öma und Robert hatten
sichtlich Probleme ihr Zelt aufzubauen. Aber wie es auf einem Ford-Treffen so üblich
ist, kamen sofort die Nachbarn und halfen eifrig mit. Kurze Zeit später traf
auf der zweite Wagen ein und es wurden gleich einige Biere geleert. Ab gings zur
Bar und es wurden neue Freundschaften geknüpft. Robert amüsierte sich mit
einer deutschen Heavy Metal Clique. Öma lud zu einem Freigetränk ein - was
nichts schlechtes war, aber er spendierte und einen "Pfefferonischnapps"
- das zweitschlimmste was wir bis heute getrunken haben. Ein fetter Opelprolet
(2,10 m groß und das doppelte breit) wurde aufs schlimmste verarscht, nachdem
er uns blöd angemacht hat. Plötzlich lag er auf dem Festboden und kam aus
eigener Kraft nicht mehr hoch. Wir trafen auch wieder Brisco, jawohl Brisco
County Junior, die wohl größe Schwuchtel Deutschlands, auf jedem Treffen
dabei. Öma und Robert veräppelten ihn bein bisschen und anschließend machte
er sich über Tschiesi her! Nach einem interessanten Abend an der Bar mit
kleinen Reibereien dankte Öma als erstes ab. Berni suchte Christian und kam
nicht wieder, so machten sich auch Zalli und Robert um halb fünf auf zum Zelt.
Robert wurde sehr unsanft geweckt, denn Öma schlug ihm oft feste auf den Rücken,
damit er nicht alleine das erste Bier zischen musste - unbeeindruckt blieb er
liegen. Plötzlich bemerkte Robert, dass sein Schlafsack samt Inhalb immer näher
zum Ausgang wanderte - er blickte hoch und sah Öma wie er ihn ins freie ziehen
wollte. Nun wars genug und alle setzen sich im Kreis uns gaben vollgas. Ein
herrlicher Vormittag an dem wir zu 5. 3 Kisten Bier leerten. Voll benommen
spielte Robert wieder mit seiner Gitarre auf, die er später noch verlieren
sollte und wurde dabei vom Treffen-Kameramann ins Visier genommen. Nach einer
kleinen Brotzeit ging unser Privater Festakt weiter. Danke an Zallis Mum, die
mit Abstand die Beste Wurst auf dem Platz hatte!
Öma
und Robert unternahmen einen kleinen Ausflug und wanderten etwas herum. Aber
weiter als 50 m kamen sie nicht weg, da sie vermutlich nicht wieder nach Hause
gefunden hätten. Ein kleiner Hund namens "Sheela" leckte Robert den
schlechten Atem aus dem Mund und Öma warf sich vor alles was er sah. Vor lauter
Übermut kleitterte der besoffene Öma und den angetrunken Robert und beide
tanzten auf dem Platz. Öma wollte absteigen und Robert katapultierte Öma in
die Luft, der aber nicht wie eine Katze reagierte, sondern auf seiner Schulter
landete. Völlig benommen legten sich beide hin. Öma ziert nun ein riesiger
blauer Fleck, aber nach den Röntenergebnissen stand nur eine Zerrung fest. Der
Treffen-Sanitäter wollte ihm erklären, der Schmerz komme nur von einem
Sonnenbrand - das war auch Roberts Analyse. Der Bierhaufen wurde immer größer
und es machte den Anschein als würden wir 20 anstatt der 5 Leute sein. Am
Nachmittag erschattete ein tragischer Todesfall das Festgeschehen und trübte
unser Verhalten doch sehr. Da nun die Luft raus war und wir kein gutes Gewissen
am Spass mehr hatten, da das Leben mit 40 schnell zu Ende sein kann, beschlossen
wir uns am nächsten Morgen schon bald in der Frühe auf den Heimweg zu machen.
Am Abend gingen wir noch was Essen und auf wenige Biere. Da erschienen plötzlich
unsere netten neuen Nachbarn. Ein 22jähriger Untertane einer 19jährigen Französin
mit ihrer 15-jährigen Schwester. Sie wollten uns erklären, dass sie keinen
Alkohol konsumieren und nur wegen der Autos zu so einem Treffen fahren. Wir
waren entsetzt, denn wir lernten noch nie so sonderbare Menschen kennen und erklärten
ihnen, wie es wirklich läuft. Öma und Robert wurden schnell als die "Ärgsten"
abgestempelt und keiner konnte mit ihnen richtig kommunizieren, ausser Berni -
der das Hochdeutsch gut drauf hatte. Wir luden sie aufs nächste Treffen ein und
erklärten ihm, er solle doch alleine kommen, damit wir ihn unter unsere
Fittiche nehmen können. Sie hat es aber nicht erlaubt. Öma versprach ihm, dass
er andere Frauen für ihn kennt, mit denen er sich vergnügen kann - aber er
stieg nicht ins sinkende Boot ein. Es war doch noch ein sehr humorvoller Abend,
an dem noch einiges ans Tageslicht kam! Anschließend gings ab ins Zelt, wo Öma
- Christian vernaschte.
Der Abreisetag war angebrochen und wir fanden ein öminöses Kondom vor Bernis
Zelt, das schnell Platz auf Ömas Wagen fand. Als der Dreck der letzten Tage
verstaut war, gings wieder ab auf die Autobahn. Wir hatten zwar am letzten Abend
nicht sehr viel getrunken, aber Alkohol des Vor- und Nachmittags hatte uns noch
fest im Griff. Die Fahrt war sehr amüsant mit vielen lustigen Ereignissen.
Angemerkt werden muss noch, dass der Wagen mit Zalli, Berni und Christian der
orientierungsloseste war. Zalli, nicht wirklich in der Lage Straßenschilder zu
lesen - Berni (mice-boy), sah nicht über den "Tellerrand" und
Christian - ohne jegliches Interesse. Bei der Heimfahrt entdeckten Öma und
Robert auch noch ein Kind, dass in einem Kofferraum saß, und die Hand aus dem
Bodenblech des Autos raushängen ließ und dauernd darauf klopfte - es wollte
wohl raus. Robert musste so lachen, dass er Öma's Wageninnenleben es feucht
angereichert hat, da er gerade an einer Flasche nippelte. Nach einem kurzen Frühstücks-Stop
auf einer Raststation war man nach mehrstündiger Fahrt wieder zu Hause und
wieder drin im Alltag.
Resüme - Ein genialer Ausflug mit tragischem Ende. Wäre das schreckliche
Ableben nicht gewesen, würde wir wohl immer noch benommen vor dem Festzelt
sitzen. An den 3 Tagen sind wir übrigens ca. 1.200 km gefahren um dieses
Treffen zu besuchen! Ford-Treffen is geil!