Zur
Hochzeit von Georgette und Angelo reisten 3 Passanten von 21. bis 23. Oktober
2005 ins 800 km entfernte Mertzig (Luxemburg). Dieser Ausflug war bereits seit
einigen Wochen geplant, doch man versuchte den Überraschungseffekt wirken zu
lassen, was aber doch nicht so richtig funktionierte. Nachdem Heli wieder mal
ein unerlässliches Ding zu Hause vergaß, konnte unsere Reise am Freitag um
09:30 Uhr endlich beginnen.
Man
bestritt die Reise übrigens mit Roberts Wagen, was bereits im vorhinein für
kleine Aufreger sorgte. Während Karin wie immer ein Schläfchen hielt amüsierten
sich Heli und Robert in der Fahrerkabine mit unterhaltsamen Textpassagen aus
vergangenen Erlebnissen, umrahmt von witzigen Anekdoten des Radiosenders.
Ein
großes Ärgernis war Robert’s Radio, denn alle 15 Sekunden schaltete es sich
ab, was ziemlich nervig war. Doch es sollte noch schlimmer kommen! Nach ca. 300
km Fahrt wich man an einem Parkplatz um eine Rauchpause einzulegen. Bei
genauerer Betrachtung des rechten Vorderreifens musste man feststellen, dass
dieser nicht sehr viel Luft intus hatte. Was tun, bei Spitzengeschwindigkeiten
war dies ein gefährliches Unternehmen.
Man
beschloss weiter zu fahren um eine Tankstelle aufzusuchen und den Reifendruck
zu kontrollieren. Der Reifen maß 0,8 Bar und für eine weite Reise doch zu
wenig. So lenkte man an jeder Tankstelle ein, um den Druck wieder zu erhöhen,
aber man spulte so die restlichen 500 km im Handumdrehen ab. Kurz vor Trier tat
sich das nächste Problem auf – abgesehen von Heli’s Ausdünstungen die in
den Himmel stanken.
Es
begann heftigst zu regnen. Robert schaltete den Scheibenwischer an und siehe da
– dieser lag nicht an der Scheibe an und so konnte man vom Fahrerplatz aus
nichts sehen. Bis zum nächsten Parkplatz saß Robert beinahe auf Heli’s Schoß
um bei der Beifahrerseite aus dem Fenster zu schauen. Nachdem man den
Scheibenwischer wieder in die ordnungsgemäße Ausgangsposition zurückgestellt
hatte, fuhr man weiter. Doch sobald man den Hebel wieder betätigte, trat
wieder dasselbe Problem auf.
Endlich
passierte man die Landesgrenze und Robert zeigte den Mitfahrern noch einige Höhepunkte
der Luxemburger Zeitgeschichte (zB. Larochette). Die letzten Kilometer waren
wie immer eine Genugtuung für die doch lang wirkende Fahrtstrecke. In Mertzig
angekommen, lenkte man direkt zur Margo ein, um sich die ersten wohl verdienten
Biere schmecken zu lassen.
Robert
muss Vertrauenswürdig wirken, denn hinter ihm saß ein älterer Herr mit einem
schneeweißen Hund. Ohne ein Wort zu sagen steckte er Robert die Hundeleine in
die Hand und machte sich aus dem Lokal. Nun ja, jetzt hat Robert einen Hund,
der aber nicht sehr glücklich darüber war (der Hund). Nach einiger Zeit kam
der Besitzer wieder und holte nahm in wieder an sich.
Es
dauerte nicht lange, bis die ersten bekannten Gesichter das Lokal betraten und
ehe man sich versah, war das Lokal gerammelt voll mit guten Freunden. Die
Erlebnisse erfolgten im Gedankenaustausch und die „Mini-Biere“ flossen in
Strömen. Auch das Hochzeitspaar betrat plötzlich das Lokal und schauten doch
etwas verwundert drein. Eine Mischung aus Glück und „scheisse, was wollen
die denn hier“. Robert wollte die Geschichte mit dem Hochzeitsbesuch noch
ausbügeln und behauptete, dass sie auf dem Weg nach Brügge seien, was ihnen
aber dann doch niemand abkaufen wollte.
Nach
einer Stringtangaparade von Heli wankte man zur Mitternachtsstunde zur
Gastgeberin ins traute Heim. Man dachte sie würde bereits schlafen, doch nach
dem Toilettengang bemerkte man Rene auf dem Flur. Die Begrüßung erfolgte.
Heli und Karin belächelten dabei Robert, dem aber absolut nicht klar war,
warum es so lustig ist. Rene stand ihm gegenüber und Robert stand der
Hosenstall offen. Er hatte beide Hände in den Hosentaschen und erweiterte
dadurch den Spalt. So stand man im peinlichen Zustand ca. eine halbe Stunde im
Flur.
Nachdem
Robert am Morgen liebevoll von Heli geweckt wurde und das Frühstück
abgeschlossen war, wurden sie von Marc und Jasmine abgeholt um anschließend in
ein großes Einkaufszentrum in die Hauptstadt zu fahren. Heli bemerkte während
der Fahrt dass er nur eine Hälfte seines Pullovers trug, was sehr schwer
vorzustellen ist, wenn man nicht dabei war.
Während
die Frauen sich mit Geldausgeben vergnügten, gewährten sich die Herren in
einem Lokal die ersten Morgenbiere. Anschließend ging’s wieder nach Mertzig
um das Mittagessen zu sich zu nehmen. Während der Heimfahrt hatte Heli musste
Heli seine Notdurft vollbringen und pinkelte in Karin’s Handtasche, die diese
Geschichte noch bis Heute nicht erfahren hat.
Nach
dem Mittagessen ging man in den Festsaal wo später die
Hochzeitsfeierlichkeiten stattfanden um das Geschenk für das Brautpaar
aufzubauen. Spät dran marschierte man nach Hause und warf sich in die
Abendgarderobe, denn die Hochzeit begann. Man betrat die Kirche, setzte sich
und die Kirchenbänke steckten uns im Kreuz, der Chor überzeugte durch seine
Lautstärke und den Pfarrer konnte man nicht vernehmen – doch es war
wunderbar!
Beim
Kirchenausgang erblickte man noch einige bekannte Gesichter, die sich am Vortag
nicht sehen ließen. Im Anschluss ging man in schnellen Schritten zu „After-Church-Bar“
auf die ersten Biere, bis das Brautpaar eintraf. Nachdem alle versammelt waren
feierte man hier zunächst eine Geschenkübergabe und ließ den Zapfhahn glühen,
schwätzte mit seinen Freunden und war einfach nur Glücklich.
Rudi,
Angelo und der Mann, dessen Name ich nicht weiß (folglich Reifenmann genannt),
traten auf Robert zu und erzählten ihm die Lösung des Reifenproblems. Denn
der Reifenmann besaß eine Reifenfirma im Nachbarort. Während der
Feierlichkeiten machten sich der Reifenmann, Rudi und Robert auf dem Weg zu
Robert’s Auto und wechselten bei stockdunkler Nacht den Reifen. Wobei man
einige Mühe mit den Radmuttern hatte.
Reifenmann
nahm sich den Reifen mit und sagte, dass er ihn am nächsten Morgen repariert
wieder bringen würde. Man fuhr nach einer Reifendruckkontrolle wieder zurück
zur Hochzeitsgesellschaft wo im eigentlichen Festsaal bereits das Buffet eröffnet
war. Das Essen war ausgezeichnet, doch wie immer viel zu viel. Darauf folgten
heitere Hochzeitstänze und –spiele.
Sehenswert
der Brauttanz mit Schwimmflossen an den Beinen, den aber auch Matt Kirby,
genannt der Kürbis, gut drauf hatte! Hervorzuheben war aber auch die
musikalische Umrahmung, die von 2 unermüdlichen durchgeführt wurde. Vor allem
die „Eder Gerti“ – wie er genannt wurde – war ein Meilenstein der
Musikgeschichte. Robert, der alte Charmeur, angelte sich beim Tanz sofort die
Mutter der Braut, die ihm aber die Tanzschritte ins Ohr flüstern musste.
Der
Chef der Band trat zu Robert und sagte, dass er den Holzmichl aufführen will,
aber noch den Hauptdarsteller braucht und Robert genau der richtige dafür wäre.
Er holte sich das Kostüm aus dem Bandwagen und machte sich vor all den
Hochzeitsgästen zum Idioten, was aber zu dieser Stunde zwecks Alkoholkonsums
bereits ziemlich egal war. Auch als Schlagzeuger und Mundharmonika-Spieler
versuchte er sich und machte seine Sache wirklich gut.
Nachdem
man bis zum abwinken mit Wein und Bier gefüllt war machte man sich gegen 5 Uhr
Morgens auf dem Heimweg. Besonders Heli hat seinen Schlaf gebraucht, denn er
war zu dieser Zeit nicht mehr ansprechbar. Nach gut 3 Stunden schlaf erwachte
man wieder und dachte nur „Verdammt, heute erfolgt die Abfahrt nach Hause“!
Von
wenig Schlaf gebeutelt und noch immer schwummerig im Kopf fuhr man nach dem Frühstück
los und machte noch einige Hausbesuche. Anschließend wollte man es sich nicht
nehmen lassen, das junge Brautpaar aus ihrer Hochzeitsnacht zu reißen. Nach 10
Minuten warten und hartnäckigem Klingeln unter dem tosenden Lärmen des
Hundes, öffneten sie mit verschlafenem Blick die Tür. Angelo öffnete das
Garagentor und griff sofort in die Bierkiste um uns zu verköstigen. Es ging
wieder weiter!
Kurze
Zeit später kam weiterer Besuch und die Leute mehrten sich. Auch der
Reifenmann kam mit Robert’s Reifen des Weges, doch was war das? Er hatte ihn
nicht repariert, sondern besorgte ihm einen neuen, für was Angelo
verantwortlich war. Prompt montierte man den Untersatz und begab sich zu
weiteren Bierrunden hin. Im Anschluss gings noch mal zur Margo auf ein
Mittagessen und stieg mit Abschiedstränen in den Augen ins Auto. Die Verrückten
öffneten noch den Kofferraum und räumten das halbe Gasthausinventar in den
Wagen, was wir mit einer Tube Senf zum Ausgleich bringen wollten.
Man
verließ das wunderbare Mertzig und das gelobte Land so gegen 16 Uhr, machte
sich wieder auf die Autobahn und blieb mit den Gedanken ganz bei den Freunden,
die ihnen dieses fantastische Wochenende beschert hatten. Ohne weitere
Zwischenfälle erreichte man um ca. 0:30 das Eigenheim
Danke
nach Mertzig und deren Bewohner für die eine wunderbare Hochzeit und ein
wunderbares Wochenende. Hoffentlich hat das Brautpaar ein leben lang diese Glücksgefühle
im Bauch wie die Reisenden bei ihrer Ankunft in Mertzig.
Einfach
nur DANKE!